2. Phase – Ausbruch der Psychose

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Treten plötzliche oder länger dauernde Belastungen auf, die als Stress empfunden werden, kann es zum Ausbruch der akuten Psychose kommen. Diese Belastungen sind für die Klient:innen verbunden mit einer Fülle von zusätzlichen Informationen, die nicht in das bestehende System zu integrieren sind.

In einer solchen Situation geht die Fähigkeit zur geordneten Organisation der Wahrnehmung durch eine Überforderung so weit verloren, dass ein genereller Zusammenbruch der Orientierung droht. Es ist leicht vorstellbar, dass dieses Erleben zu massiver Angst bis hin zur Panik führt.

Um die Orientierung wiederherzustellen, wird dann oft versucht, quasi eine neue Ordnung der Wahrnehmung einzuführen. Neue Zusammenhänge zwischen Beobachtungen und Ereignissen werden konstruiert, neue Erklärungen für sonst Unerklärliches werden geschaffen.

Dem Außenstehenden erscheinen diese Neukonstruktionen als wahnhaftes Erleben, Stimmenhören und optische Halluzinationen.

Den Betroffenen versetzt es jedoch wieder in die Lage, sich in seiner Welt strukturierend zu orientieren. Das unerträgliche Chaos verwandelt er in eine neue Ordnung. Er wird wieder zum „Herrn seiner selbst“: er hat die Kontrolle wiedererlangt.

Umgehend reduziert sich die Angst. Und die Reduzierung der Angst vermittelt dem Betroffenen den Eindruck, das Problem gelöst zu haben.

Die Problemlösung erscheint jedoch nur innerhalb des eigenen Bezugsrahmens als sinnvoll; in der Begegnung mit anderen schafft diese Problemlösung Unverständnis. Das Unverständnis verführt leicht dazu, den Betroffenen nicht ernst zu nehmen und sein Handeln für sinnlos und „verrückt“ zu halten. Wen man für verrückt hält, spricht man dann auch leicht die Verantwortlichkeit ab.

Um die massive Angst weiterhin zu vermeiden, wird die Neukonstruktion der Realität entschieden verteidigt. Die einmal gewonnene Problemlösung wird damit resistent gegen alternative Lösungen.

Auslöser der akuten Psychose sind oft zwischenmenschliche Konflikte und Situationen, die mit starken Emotionen verbunden sind. Dazu gehören z.B. Prüfungen, Umzug, Heirat, Geburt Verlust des Arbeitsplatzes oder Tod. Der in Untersuchungen jedoch am häufigsten genannte Stressor ist das Alleinsein.

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