1. Phase – präpsychotische Entwicklung

schizophrene Verletzlichkeit |Haus Mohmühle | Ergotherapie | Heilerziehungspflege | Psychiatrisches Wohnheim | Heiminterne Tagesstruktur | Wiedereingliederung

Eine besondere schizophrene Verletzlichkeit, die schon vor der akuten Erkrankung besteht – davon geht das Modell nach Ciompi aus. Sie entwickelt sich durch ein Wechselspiel biologischer und psychosozialer Einflüsse und Bedingungen.

Die besondere schizophrene Verletzlichkeit zeigt sich in einer Störung der Informationsverarbeitung:

Es stellt eine zentrale Fähigkeit unseres Gehirns dar, auszuwählen, welche Wahrnehmungsreize aufgenommen und verarbeitet werden. Es existieren Reizfilter, die bestimmte Reize hervorheben und andere Reize ausblenden. Wir verfügen über eine selektive (auswählende) Aufmerksamkeit. Diese grundlegende Fähigkeit der Informationsverarbeitung ist bei schizophren verletzlichen Menschen gestört.

  • Viele Reize werden gleichzeitig und intensiv wahrgenommen.
  • Es kann nicht unterschieden werden zwischen wichtig und unwichtig, zwischen Hintergrund und Figur.
  • Der Organismus ist einem Bombardement nicht einzuordnender Reize ausgesetzt.
  • Dadurch entsteht Reizüberflutung.
  • Die Konzentration lässt schnell nach.
  • Weil die Wahrnehmung nicht aktiv zugeordnet werden kann, ist die Orientierung erschwert.
  • Die Umgebung wird als ungeordnet und bedrohlich erlebt.

Die Störung der Informationsverarbeitung wirkt sich aus als sogenannte Basisstörung bereits vor Ausbruch der eigentlichen Erkrankung.

Basisstörungen zeigen sich in verändertem Denken, Wahrnehmen und Sprechen, in Störungen der Gefühle und in veränderten Bewegungsabläufen:

  • Störungen des Denkens: Durcheinanderlaufen, Abreißen, Sprunghaftigkeit von Gedanken.
  • Störungen der Wahrnehmung: Unfähigkeit, Reize aus verschiedenen Sinnesbereichen zu integrieren, Intensitätsveränderungen, ungewöhnliche bizarre Körperempfindungen.
  • Störungen des Sprechens: Verstümmelung von Worten, unvollständige Sätze, Wortfindungsprobleme.
  • Störungen der Gefühle: mangelnde Unterscheidbarkeit von Gefühlen, Gefühlsschwankungen, Widersprüchlichkeit der Gefühle.
  • Störungen der Bewegungsabläufe: Blockierungen, nicht beabsichtigte Bewegungen, mangelnde Koordination.

Die Folge sind innere Verwirrung und Desorientierung. Die zentrale Erfahrung ist die der Unsicherheit und des Kontrollverlustes. Der schizophren Verletzliche erlebt sich nicht mehr „Herr seiner selbst.“ Verbunden ist dieses Erleben mit Angst.

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